Für den dreizehnjährigen Noboru und seine Freunde ist die Erwachsenenwelt illusionär, heuchlerisch und sentimental. Nur der Seemann Ryuji bildet eine Ausnahme. Fasziniert vergöttert der vaterlose Noboru den Mann vom Meer und prahlt vor seinen Freunden mit dem Liebhaber seiner Mutter. Als er jedoch erfährt, dass sich Ryuji gegen das Leben auf See und für die Ehe mit Noborus Mutter entscheidet, fühlt der Junge sich verraten und beginnt, sein einstiges Idol immer mehr zu verachten. Wie konnte er sich so in dem Seemann täuschen? Noboru und seine Freunde fassen einen grausamen Plan. Yukio Mishimas Roman zeigt meisterhaft, wie die harte Realität des Alltags Idealbilder zum Zerbrechen bringen kann. Eine Geschichte über die unterschiedlichen Formen, die die Liebe annehmen kann, und den Konflikt zwischen traditionellen Werten und modernen Sehnsüchten.
Yukio Mishima wurde 1925 in Tokio geboren und ist Autor zahlreicher Romane, Dramen, Kurzgeschichten, Essays und Gedichte. Nobelpreisträger Yasunari Kawabata war sein Mentor. Sein Werk überschreitet bis heute inhaltliche und stilistische Grenzen und macht ihn zu einem der wichtigsten japanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Als politisch umstrittene Persönlichkeit wählte Mishima 1970, nach einem gescheiterten Aufruf zur Wiedereinsetzung des japanischen Kaisers, den rituellen Freitod. Ursula Gräfe übersetzt aus dem Japanischen, Englischen und Amerikanischen Autoren wie Haruki Murakami, Sayaka Murata, Mohandas Karamchand Gandhi, und Jane Austen.
»Es ist finstere Literatur, kraftvoll. Eine Sprache, wie man sie wirklich nur so bei Mishima findet, die einen bis heute erschüttert und die uns mit etwas konfrontiert.« Wolfgang M. Schmitt, SRF Literaturclub, 25.02.2025
»Der essentialistische Unterstrom dieses Buches ist bedrohlich und trostlos, und nicht zuletzt kompatibel mit den Backlashs unserer Zeit.« Ulrich Rüdenauer, SWR 2 Lesenswert, 11.02.2025
»Ein Kammerspiel, in dem die fehlgeleitete Poesie der Jugend und die Prosa des drögen Erwachsenendaseins mit bösem Ausgang aufeinanderprallen, kongenial übertragen.« Jan Küveler, WELT am Sonntag, 09.02.2025
»Ein frischer Blick auf Mishima lohnt sich allemal (...) Eine kompakte, fesselnde Story mit stellenweise seherischen Qualitäten.« Irmela Hijiya-Kirschnereit, FAZ, 05.02.2025
»"Der Held der See" ist einer Mishimas berühmtesten Romane, der so sinnlich klingen kann wie die letzten Tage eines Sommers, während die Eleganz seines Stils den Leser gleichzeitig auf Abstand hält. (...) Mann kann dieses Buch für seine Perfektion bewundern.« David Hugendick, Die ZEIT
»'Der Held der See' ist ein Geheimtipp.« Thomas Combrink, NZZ, 14.01.2025
»Am Ende triumphiert ein leichter, verführerischer Zynismus und der Teufel schreitet grinsend und siegesgewiss über die Bühne, wie kaum sonst irgendwo in der Weltliteratur. Ein verstörendes Buch ist das, und ein betörendes. Sprachlich brillant, glänzend neu übersetzt. Es gilt, einen radikalen, kompromisslosen Klassiker der Weltliteratur neu zu lesen und neu zu entdecken.« Uli Hufen, WDR 5, 07.12.2024
»Ein kluger und philosophisch komplexer Roman, der für unsere Gegenwart nichts an Faszination und Bedeutung verloren hat.« Claudia Cosmo, NDR Kultur, 04.12.2024
»Wie viele (Mishimas) 50 Werke ist es schräg, erotisch und fesselnd zugleich. Schönheit und Körperlichkeit treffen bei Yukio Mishima auf Gewalt und Tod, klassische japanische Literatur auf westliche Einflüsse.« Daniel Voglhuber, Kurier, 22.02.2025
»Die Figuren sind so geschickt zugespitzt entworfen und zusammengestellt, dass es eine seltene Lesefreude ist, die Dimensionen dieser Geschichte zu entschlüsseln.
'Der Held der See' ist ein japanischer Klassiker, der die große Kunst literarischen Erzählens noch immer glänzend und mit Tiefgang zu präsentieren weiß..« Felix Palent, Creme Guides Lifestyle, 11.02.2025
»Wie westliche Dekadenz, frühreifer Nihilismus und ziellose Ruhmessucht in der japanischen Gesellschaft nach 1945 aufeinanderprallen und in die Katastrophe führen, zeigt dieser faszinierende und verstörende Roman.« Heilbronner Stimme, 08.02.2025
»Dieses Buch ist für uns alle, die wir knisternd und spannend lesen wollen (…) sowas krasses auf so ganz kurzem Raum, hat man selten gelesen.« Felix Palent, rbb radioeins, 03.02.2025
»'Der Held der See' ist ein verstörendes Buch voller exakter Bilder.« Erwin Uhrmann, Die Presse, 01.02.2025
»Überraschend, dass Mishima 1963 nur schmale 182 Seiten benötigt, um sein Weltbild, seinen zwiegespaltenen Blick auf die Moderne, das Japan der Nachkriegszeit und letztlich auch die Begründung seines Freitodes im November 1970 mit minimalistischer Schärfe auszubreiten.« Gunter Blank, Rolling Stone, 31.01.2025
»Der knapp und präzise geschriebene Roman erscheint vor allem deshalb so virulent, weil emotionale Regression und Männlichkeitsbilder im Faschismus seit jeher eine zentrale Rolle spielen.« Raul Zelik, Die Wochenzeitung WOZ, 30. Januar 2025
»Yukio Mishima ist der Schriftsteller der Sinnlichkeit.« Dominik Pietzcker, Cicero, 26.01.2025
»Yukio Mishima hat bestechend schöne, hochelegante Literatur geschrieben.« Barbara Beer, Kurier
»'Der Held der See' gehört zweifelsohne in den Kanon der Weltliteratur.« Daniel Haslsteiner, Landshuter Zeitung, 11.01.2025
»Yukio Mishimas Roman zeigt meisterhaft, wie die harte Realität des Alltags Idealbilder zum Zerbrechen bringen kann. Eine Geschichte über die unterschiedlichen Formen, die die Liebe annimmt, und den Konflikt zwischen traditionellen Werten und modernen Sehnsüchten.« Queer.de, 01.01.2025
»Es sind ehrliche, authentische Einblicke, die zudem durchaus in poetische Sprache gekleidet sind.« Julia Hubernagel, taz - Die Tageszeitung, 22.12.2024
»Die Lektüre ist befremdlich und faszinierend zugleich. Man ist abgestoßen von den martialischen Idealen der Jungen und andererseits begeistert von den Bildern, mit denen Mishima die Gefühlswelt seiner Protagonisten skizziert. Die Geschichte endet extrem spannend.« Claudia Ingenhoven, MDR Kultur, 02.12.2024