Beschreibung
In den Jahren ab 1914 verschärfen sich Kafkas Lebenskonflikte auf dramatische Weise, insbesondere durch den Beginn des Ersten Weltkriegs: ein Ereignis, das ihn in Prag gleichsam gefangen setzt und alle Pläne einer freien Existenz als Schriftsteller durchkreuzt. Kafka durchlebt eine neuerliche intensive Schaffensphase, in der u.a. >Der Proceß< und >In der Strafkolonie< entstehen, dann aber nehmen der innere und äußere Druck überhand, und es beginnt ein langer, quälender Stillstand, in dem Kafka verzweifelt nach Orientierung sucht und auch seinen 'Kampf um die Ehe' mit Felice Bauer nur noch halbherzig fortsetzt. Erst der Ausbruch der Tuberkulose im August 1917 löst paradoxerweise diesen Knoten. Band 3 der Briefedition enthält 410 kommentierte Briefe und Karten Kafkas, ergänzt durch 54 an ihn gerichtete Schreiben, von denen etwa 20 hier erstmals abgedruckt werden. Mehr als 20 Ansichtskarten sind als Abbildungen wieder-gegeben.
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Autorenportrait
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Kafka 1908 in die 'Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt' ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.
Rezension
Man erhält mit diesen Briefen einen tiefen Einblick in das Denken und Fühlen Kafkas.
45 Antwortschreiben an Kafka überliefert Hans-Gerd Koch ebenfalls – und kommentiert sie so präzise und behutsam wie Kafkas Briefe selbst.
dieser Liebesroman in beispielslos intensiven Briefen […], die den Leser auch nach wiederholter Lektüre betören, verwundern und irritieren
1050 Seiten mitunter scharfsinniger Kärrnerarbeit, unentbehrlich für Forscher.
Das beeindruckende Ergebnis einer langjährigen Arbeit, beeindruckend insbesondere in dem keinen Aufwand scheuenden Kommentar.
Schlagzeile
'Meine Welt stürzt ein, meine Welt baut sich auf.' Kafka an Milena Jesenská, Juni 1920