Gegenläufige Gedächtnisse
Über Geltung und Wirkung des Holocaust, Toldot 7, Toldot 7, Essays zur jüdischen Geschichte und Kultur
Erschienen am
24.10.2007, 1. Auflage 2007
Beschreibung
Die Erinnerung an Massenverbrechen konstituiert die Parameter einer universellen Ethik. Hierfür war das Gedächtnis des Holocaust begründend. Der Vernichtung der europäischen Juden kam eine paradigmatische Bedeutung zu. Inzwischen fordern auch andere Gedächtnisse an Massenverbrechen öffentliche Erinnerung und damit Anerkennung ein. Ein solcher Pluralismus der Gedächtnisse birgt ein nicht unerhebliches Konfliktpotential, vor allem dann, wenn die unterschiedlichen Leiderfahrungen auf ein und dasselbe historische Ereignis zurückgeführt werden - den Zweiten Weltkrieg. Dann stellen sich gegenläufige Konstellation und Konkurrenzen der Erinnerung ein - nicht nur zwischen den politischen Kulturen des westlichen und des östlichen Europas, sondern auch und gerade zwischen europäischen und kolonialen Gedächtnissen.Dan Diners Essay nimmt das Problem gegenläufiger Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust begrifflich und gedächtnisgeschichtlich auf. Indem er sich nochmals der Bedeutung von 'Auschwitz' als Zivilisationsbruch versichert, werden vor eben diesem Hintergrund die Voraussetzungen historischen Urteilens und der Anerkennung in der Erinnerung reflektiert. Dramatisch kündigen sich hier Unterschiede, ja Gegensätze zwischen westlichen und außereuropäischen Kulturen an - vor allem der des Islam.
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Rezension
Der Islam und der Westen: Dan Diner über konkurrierende Erinnerungen und aktuelle Konflikte.
Wie erinnern wir den Zweiten Weltkrieg und wie urteilen wir über den Holocaust? Die Unterschiede, ja Gegensätze der Erinnerung an diese zentrale Katastrophe des letzten Jahrhunderts zwischen westlichen und außereuropäischen Kulturen, vor allem dem Islam, sind dramatisch. Dan Diners Analyse der konkurrierenden Erinnerungen ist von bedrängender Aktualität und trägt zum Verständnis heutiger Konflikte zwischen dem Islam und dem Westen bei.