Beschreibung
Roman Polanskis Filme zeigen poetische Seelenlandschaften, deren Ursprünge in persönlichen traumatischen Erfahrungen liegen: Als Kind überlebte der polnische Regisseur den Holocaust, der ihm seine Mutter nahm. Ende der 60er Jahre wurde seine hochschwangere Ehefrau Sharon Tate von der Charles-Manson-Bande ermordet. Polanskis traumatische Erlebnisse mit Antisemitismus, Gewalt und Mord spielen in seinen Filmen eine zentrale Rolle. Die künstlerische Einbeziehung dieser Erfahrungen in sein Werk ermöglichen ihm eine besondere Art der Verarbeitung und Veranschaulichung seines Seelenlebens. Andreas Jacke hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wesentlichen Motive in Polanskis Werk vor dessen biografischem Hintergrund zu analysieren. Dabei nimmt er eine Unterteilung in drei Werkphasen vor: Auf eine surreale Periode folgen Filme, die vom Konflikt zwischen Ehe und erotischem Abenteuer handeln. Polanskis jüngste Werke schließlich zeichnen sich vor allem durch einen ethischen und politischen Anspruch aus.
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Rezension
»Andreas Jackes gut lesbare Analysen beziehen eine Fülle von autobiografischen Aussagen, Making-Ofs und Pressematerialien ein. Beiläufig wird sein Buch so auch zur ›Chronique scandaleuse‹, die die provozierende öffentliche Figur Polanski skizziert und ihn vor schnellen Vorverurteilungen in Schutz nimmt.«
Claudia Lenssen in Deutschlandradio Kultur (9. Februar 2010)
Inhalt
Inhalt
Einleitung
Die traumatischen Erfahrungen und Visionen eines internationalen Filmregisseurs
Drei Grundbausteine:
Kunst, Schauspiel und Sport
Phase I
Die absurde Welt des Surrealen
Auf der Filmhochschule in Lodz:
Die stummen Kurzfilme
Das ödipale Dreieck:
Noz w wodzie (1962)
Der Riss in der Landschaft der Seele:
Repulsion (1965)
Absurdes Theater als Film:
Cul-de-sac (1966)
Das Grauen als Komödie:
Dance of the Vampires (1967)
Scary Monsters in America:
Rosemarys Baby (1968)
Ein düsterer Königsmord:
The Tragedy of Macbeth (1971)
Eine längere Auszeit:
Che? (1973)
Water and Incest:
Chinatown (1974)
Ich will keine tote Frau sein:
Le locataire (1976)
Phase II
Die Wahl zwischen dem erotischen Abenteuer und der Ehe
Das Antlitz der Romantik in einer melancholischen Welt:
Tess (1979)
Ein schwacher Abenteuerfilm über Seeräuber:
Pirates (1986)
Where is my wife?
Frantic (1988)
Ein letzter Abgesang auf den Hedonismus:
Bitter Moon (1992)
Phase III
Die Rückkehr des Politischen
Das Trauma der Folter lässt sich nicht vergessen:
Death and the Maiden (1994)
Die Hölle der Sammelleidenschaft:
The Ninth Gate (1999)
Am historischen Ursprung des Traumas:
The Pianist (2002)
Im infantilen Bann eines verschrobenen Kriminellen:
Oliver Twist (2005)
Eine geistreiche Autobiografie:
The Ghost (2010)
Coda:
Die Filmmusik
Literatur
Dokumentationen