Beschreibung
Die Französische Republik, das sind Marianne auf der einen Seite, die Gemeinschaft der gleichen Brüder auf der anderen - und die unsagbare Vorstellung eines entmannten Staats dazwischen. Der neue politische Körper ist alles andere als eindeutig und so sind es auch die Texte der Dritten Republik nicht, die an seiner Repräsentation arbeiten. Ausgehend von der Erzählung einer Identität in der Krise bieten Huysmans, Zola, Lorrain oder Barrès verschiedene Lösungen des Konflikts zwischen einer Ideologie des virilen Bruderbunds und einem Imaginären der verlorenen Männlichkeit an. Jarry, Romains und Proust reagieren auf diese Lösungen, dekonstruieren sie oder stellen ihre Widersprüche aus. In zahlreichen Einzelanalysen wird so ein Panorama von Formen der Arbeit am und mit dem Allegorischen präsentiert.
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Autorenportrait
Dr. Lisa Zeller wurde 2015 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz promoviert. Sie lehrt und forscht dort am Romanischen Seminar zu französischer und spanischer Literatur.
Rezension
Die französische Republik, das sind einerseits Marianne, andererseits die Gemeinschaft der gleichen Brüder – und die unsagbare Vorstellung eines entmannten Staats dazwischen. Der neue politische Körper ist mehrdeutig, wie die Texte, die an seiner Repräsentation arbeiten. Ausgehend von der Erzählung einer Identität in der Krise bieten Huysmans, Zola, Lorrain oder Barrès Lösungen des Konflikts zwischen einer Ideologie des virilen Bruderbunds und einem Imaginären der verlorenen Männlichkeit an. Jarry, Romains und Proust dekonstruieren diese Lösungen oder stellen ihre Widersprüche aus.
In französischen Romanen um 1900 werden verschiedene Schreibweisen des Allegorischen verwendet, um über den politischen Körper der Republik und über republikanische Männlichkeit zu reflektieren. Das zeigt diese Studie in zahlreichen Einzelanalysen.