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Das Haus XV B (Maison 49, 19) von Megara Hyblaia

Zur architektonischen und funktionalen Gliederung von Zweihofhäusern im hellenistischen Sizilien

Erschienen am 13.02.2015
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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783954900442
Sprache: Deutsch
Umfang: 102
Format (T/L/B): 32.0 x 24.0 cm

Beschreibung

Das Haus XV B (auch bekannt als Maison 49,19) in Megara Hyblaia, einer antiken Kleinstadt bei Syrakus, gehört zu den größten Wohnkomplexen des hellenistischen Siziliens. Verteilt um zwei Höfe beherbergt das Haus aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. eine ganze Reihe großzügig geschnittener >Haupträume<, zugleich jedoch Bereiche mit Installationen für produktive Tätigkeiten. Damit gehört es zu den auch unter sozial- und kulturhistorischen Gesichtspunkten besonders interessanten hellenistischen Wohnbauten – und macht das bereits in den 1960er Jahren ausgegrabene, seither aber im Grunde unpubliziert gebliebene Haus zum lohnenden Objekt für eine bauhistorisch-archäologische Befundanalyse, die hiermit nun vorliegt.Am Beispiel des Hauses XV B lassen sich einige für das hellenistische Wohnen grundsätzliche Probleme untersuchen. So erbringt die neue Analyse wichtige Erkenntnisse zur Entstehung des großflächigen Zweihofhauses im Zusammenhang und in Abhängigkeit von einem präexistenten, kleinteiligen Insula-System der vorhellenistischen Stadt. Die Unterscheidung von zwei Hauptbauphasen ermöglicht Rückschlüsse auf ein sich wandelndes Verständnis von repräsentativem Wohnen, das sich insbesondere an Wegführung innerhalb des Hauses, Zugänglichkeit von Räumen, deren Funktion(en) und kultureller Semantik aufzeigen lässt.Die detaillierte Analyse des Einzelbefundes bildet den Ausgangspunkt für eine Diskussion übergreifender Fragestellungen zu Wohnbauten hellenistischer Zeit, die unter Einbeziehung weiterer, vorwiegend sizilischer Beispiele geführt wird. In den Blick kommen so das Verhältnis von Hausgrundriss und urbanistischer Strukturierung, die Konzeption von Zweihofhäusern und insbesondere die Funktionen von Räumen und Hausbereichen. Betonten frühere, teils durch Vitruvs Beschreibung des ‚griechischen Hauses‘ angeleitete Deutungen von Zweihofhäusern die Separierung bestimmter Nutzungsformen (z. B. geschlechtsspezifisch oder im Sinne der Differenzierung von >privater< und >öffentlicher< Sphäre), so führt eine kritische Durchsicht der Befunde zu einer weniger strikten Unterscheidung: statt funktionaler Determination ist demnach eher mit atmosphärischer Stimulation und Vorprägung sozialer Umgangsformen zu rechnen.Am Ende wird der Fall des Hauses XV B von Megara Hyblaia noch einmal in den Kontext seines historischen Umfeldes – einer bescheidenen Landstadt unter Einfluss der Metropole Syrakus – und in den Rahmen von Methodendiskussionen zu Möglichkeiten und Grenzen der Rekonstruktion antiker Nutzungsformen von Wohnarchitektur gestellt.

Autorenportrait

Annette Haug ist seit 2012 Professorin für Klassische Archäologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Studium der Klassischen Archäologie, Kunstgeschichte und Ur- und Frühgeschichte in Heidelberg, Paris und Cambridge. 2003 deutsch-französische Promotion an den Universitäten Heidelberg und Paris-Sorbonne mit dem Thema „Die Stadt als Lebensraum. Eine kulturhistorische Analyse zum spätantiken Stadtleben in Norditalien“. 2009 Habilitation an der Universität Leipzig zum Thema „Die Entdeckung des Körpers. Körper- und Rollenbilder im Athen des 8. und 7. Jahrhunderts v.Chr.“. Forschungsschwerpunkte: antike Urbanistik; griechische Ikonographie; Bildwissenschaft. Dirk Steuernagel ist seit 2010 Professor für Klassische Archäologie an der Universität Regensburg. Studium der Klassischen Archäologie, der Alten Geschichte und der Lateinischen Philologie in Frankfurt/M. und Hamburg. 1994 Promotion mit einer Arbeit zur etruskischen Sepulkralkunst der hellenistischen Epoche. 2002 Habilitation an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/M. mit einer archäologischen Studie zur Religions- und Sozialgeschichte von Hafenstädten des römischen Italien. Forschungsschwerpunkte: vorrömisches Italien; antike Religionen; hellenistisch-kaiserzeitliche Architektur und Urbanistik.

Rezension

„In sum, critical remarks notwithstanding, this is an important and stimulating book. Studies such as this monograph on House XV B in Megara Hyblaea are much needed for advancing research on Creek domestic architecture and one hopes that this book finds many followers in the near future, published in a similarly comprehensive, rigorous, and timely manner.“ Prof. Dr. Monika Trümper In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaften 19 (2016), 1035-1046.

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