Geschlecht ist gesellschaftlich gemacht. Dass das auch für das biologische Geschlecht sex gilt - ein Postulat queer-feministischer Theorien -, kann dieser Band anhand biologischer Theorien erstmals dezidiert und differenziert belegen. Die naturphilosophischen und biologisch-medizinischen Geschlechtertheorien unterschiedlicher Zeitabschnitte (Antike, beginnende Moderne, Gegenwart) werden dargestellt und mit gesellschaftlichen Geschlechterordnungen in Verbindung gebracht. Heinz-Jürgen Voß führt die miteinander ringenden Positionen differenziert aus und zeigt: Mit prozessorientierten Betrachtungsweisen sind in biologischen Theorien viele Geschlechter denkbar - statt nur zwei oder drei.
»Voß zeigt [...] dass es gute Gründe gibt, [...] männlich-weiblich nicht als ein Entweder-oder zu beschreiben, sondern als ein Sowohl-als-auch [...]. Der Autor legt mit der Untersuchung ›Making sex revisited‹ eine akribisch recherchierte und sich auf allen Ebenen reflektierende Arbeit vor, die sich vor allem durch eine durchgehend sensible und sehr präzise Sprache auszeichnet.«
»[Im] lesenswerten Buch setzt sich [der Autor]] im Kern mit genetischen Befunden auseinander.Heinz-Jürgen Voß versteht es in hervorragendem Maße, Axiomen auf den Grund zu gehen.«
»›Making Sex Revisited‹ [ist] Pflichtlektüre für alle die, die sich bislang noch sicher waren, dass die Annahme biologischer Zweigeschlechtlichkeit objektives Naturgesetz sei. In diesem Sinne: lesen!«
»Bemerkenswert ist [...] die Dissertation eines jungen Vertreters der Gender & Science Studies. Heinz-Jürgen Voß hat Biologie studiert, wurde aber von dem Soziologen Rüdiger Lautmann promoviert. [V]oß [will] in seiner Arbeit den Nachweis geführt haben, dass es auch aus biologischer Perspektive kein ›natürliches Geschlecht‹ gebe. Die molekularen Prozesse in Embryonen zeigten, so Voß, dass auch biologisch nicht nur zwei, sondern ›viele Geschlechter‹ denkbar seien.Ob Voß' Darstellung unter rein epigenetischer Perspektive zutreffend ist oder nicht, das vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist jedenfalls kein Geheimnis, dass der Mensch keine absolut und ausnahmslos geschlechtsdimorphe (zweigestaltige) Art ist, weder bezüglich der Zusammensetzung der Chromosomen, noch in Bezug auf Hormonhaushalt, Geschlechtsdrüsen oder äußere Sexualorgane.Der biologische Sinn von Männlichkeit und Weiblichkeit, ob bei Butterblumen, Wühlmäusen oder Menschen liegt in der Fortpflanzung. Wer die Ausbildung weiterer, unfruchtbarer Geschlechter zum Normalfall erklärt, muss dafür eine evolutionäre Erklärung anbieten können. Das tut Voß nicht. Wie könnte er es auch?«
»Voß zeigt auf, wie sich die biologischen Theorien über Geschlecht zeitlich wandelten und wie aktuelle biologische Theorien von reiner Zweigeschlechtlichkeit beim Menschen abgehen und die Ausbildung des Genitaltraktes als individuell und vielgestaltig beschreiben. Damit verbindet er aktuelle biologische Erkenntnisse mit neueren Forschungen geisteswissenschaftlicher Geschlechterforschung.«
»Die kompakte Studie kann sowohl wissenschaftlichen Laien wie auch Natur- und Geisteswissenschaftlern gleichsam empfohlen werden.«Uwe Hoßfeld, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 9 (2010)»Die Auseinandersetzung mit historischen Geschlechtermodellen ist Ausgangspunkt von Voß' Buch, und diese führt er [...] sehr solide, kenntnisreich und reflektiert. [B]islang gibt es nur wenig Versuche, zeitgenössische molekular-biologische Erkenntnisse über Geschlecht jenseits sprachphilosophischer Argumente fundiert und kritisch in den Blick zu nehmen. Als Diplom-Biologe und Doktor der Philosophie ist Voß vermutlich auch einer der wenigen, die dies können.«Kerstin Bischl, H-Soz-u-Kult, 24.06.2011»Die kompakte Studie kann sowohl wissenschaftlichen Laien wie auch Natur- und Geisteswissenschaftlern gleichsam empfohlen werden. Sie dokumentiert nicht nur die Ebene eines bedeutenden (und bisher in dieser Ausführlichkeit kaum behandelten) biologisch-medizinischen Themenfeldes, sondern zeigt nebenbei auch Ebenen der Wissens- und Sprachkultur sowie des Umgangs miteinander, reflektiert verschiedene gesellschaftliche Verhältnisse oder Zwänge und dokumentiert natürlich auch den jeweiligen Forschungsstand zum Thema aus wissenschaftshistorischer Perspektive.«Uwe Hoßfeld, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 9 (2010)»[Ein] bahnbrechendes Werk, das hoffentlich schnell in den Kanon der Gender und Queer Studies aufgenommen wird.«Katrin Kämpf, L.MAG, 7/8 (2010)»Das Buch ›Making Sex Revisited‹ des Biologen Heinz-Jürgen Voß, ein quellenreicher Forschungsbericht [...], wird mit Freude aufgenommen.Voß [...] stellt naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien vor, die belegen, dass auch die biologische Seite des Geschlechts, in der Gender-Terminologie sex, gesellschaftliches Konstrukt ist.«Heike Friauf, Junge Welt, 05.06.2010»[Der Band erfreut] das Herz der Geschlechterforscherin. [Biologisches Geschlecht] wird von Voß, der selbst Biologe ist, aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive dekonstruiert. Er spannt den geschichtlichen Bogen von der Antike bis heute und stellt fest: Was wir über Sex zu wissen glauben, ist in gesellschaftliche Bedingungen eingebunden, denn Theorien verändern sich [...]«Bettina Enzenhofer, an.schläge, 6 (2010)»Der Band bietet nicht nur eine kritische Auseinandersetzung mit der von Laqueur behaupteten strikten Trennung und historischen Abfolge der Annahmen des Ein-Geschlechter-Modells und des diesem folgenden Zwei-Geschlechter-Modells, sondern unternimmt ebenso die im Untertitel angekündigte Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Sicht.«Rolf Löchel, www.literaturkritik.de, 19.08.2010»Voß liefert [...] eine überzeugende empirische Grundlage einer innerhalb wissenschaftlicher (Geschlechter-)Diskurse mittlerweile 20 Jahre währenden Theoriediskussion.«Caroline Günther, Freiburger GeschlechterStudien, 24 (2010)»Aufgrund der guten Strukturierung und der ausführlichen Darlegung wird es der lesenden Person leicht gemacht, sich ein Bild über die naturwissenschaftliche Landschaft und ihre Entwicklung zu machen. [...] Kurzum, ›Making Sex Revisited‹ ist eine Wohltat, bietet Ansätzen kritischer Gender Studies breite Anschlusspunkte, ist erkenntnisreich und spannend zu lesen.«Verena Schuh, GENDER, 3 (2010)»Dieses Buch differenziert die einzelnen historischen Positionen [zu Geschlecht] aus biologisch-medizinischer Perspektive und begründet treffend die Annahme, dass mehrere Geschlechter möglich sind.«Impulse, 67/6 (2010)Besprochen in:Deutschlandfunk, Studiozeit, 26.01.2012Deutschlandradio Kultur, 18.01.2012WochenSpiegel, 14.12.2011www.brainlogs.de, 26.02.2011, Ferdinand KnaußPhase 2, 1 (2011), Merve WinterPostgender, 2 (2011), Michel Reiterwww.suite101.de, 27.09.2010, Tina PruschmannRosige Zeiten, 129 (2010), Johannes Ungelenkhttp://schwule-seite.de, 01.09.2010http://maedchenblog.blogspot.de, 09.08.2010www.genderqueer.de, 02.07.2010www.krisis.org, 01.07.2010, Julian BierwirthGigi, 66 (2010), Florian Mildenbergerwww.grundmast.wordpress.com, 20.05.2010, Steffi Grundmannwww.transgenderradio.de, 13./27.03.2010Aufwind2012, 04.07.2022
»Heinz-Jürgen Voß ist [...] ein großer Wurf gelungen.›Making Sex Revisited‹ ist kein Aufruf an Bilderstürmer oder ungebildete Revolutionäre, es ist ein Appell an die Vernunft.«
»›Making Sex Revisited‹ ist ein wichtiges und längst überfälliges Buch, das einen fundierten, historischen Überblick über die Geschlechtertheorien aus Perspektive der Biologie gibt, methodisch für naturwissenschaftliche Betrachtungsweisen von Geschlecht neue Standards setzt und grundlegend für eine Vielzahl anzuschließender Forschungsarbeiten sein dürfte.«
»[Das Buch bringt] einen neuen Ton in die etwas festgefahrene Gender-Philosophie. [...]Voß' Studien enthalten einen beträchtlichen Mehrwert an Erkenntnis.«
»Diese Dissertation hat ziemlich Furore gemacht, nicht nur unter Fachkollegen, weil darin die traditionelle Zuweisung des Geschlechts in männlich und weiblich [abgelehnt wird].«
»[Voß liefert] eine breit angelegte Studie, die die gerade in der Queer Theory grundlegende These der Konstruktion des biologischen Geschlechts in den neuzeitlichen und modernen Fachdisziplinen dezidiert zu bestätigen vermag.«
»Auf brillante Art und Weise spiegelt Voß' enzyklopädische Übersicht gleichzeitig die (binär-geschlechtliche) Voreingenommenheit des wissenschaftlichen Fragens und die Komplexität der Antworten wider.Voß kommt absolut überzeugend und mit dem reichhaltigen Corpus an versammelten medizinisch-biologischen Theorien im Rücken zum Ergebnis, dass die gesellschaftlich etablierte Norm der Zweigeschlechtlichkeit der komplexen Vielfalt, Variabilität und Prozesshaftigkeit der Vorgänge [...] nicht gerecht wird.«
»Ein sehr überzeugendes, gut geschriebenes, leser_innen_freundliches Buch, das längst überfällig war. Es bleibt zu hoffen, dass es (nicht nur) Mediziner_innen und Biolog_innen hilft, ihre dogmatischen Vorannahmen zu überwinden und sich den Menschen wie Du und Ich mit unseren Eigenschaften und Bedürfnissen zuzuwenden – ein ›Geschlecht‹ ist dafür nicht nötig.«
»Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur naturwissenschaftskritischen Geschlechterforschung und zeigt Alternativen für den aktuellen bio-medizinischen Umgang mit der sogenannten biologischen Geschlechtlichkeit und ihrer Entstehung auf.«
»[Die Studie] bietet Anregungen für reflektierte Biolog_innen, die bereit sind, über den Rand ihrer Objektträger und Deckgläschen hinaus neuen Sichtweisen den Zugang zur Biologie zu ermöglichen.«
»[V]or allem Voß' Kritik an der gängigen Praxis innerhalb der Biologie, andere Säugetiere als mögliche Modellorganismen für den Menschen zu betrachten, erscheint nachvollziehbar.«