Beschreibung
Die Klimakrise und das Artensterben sind für viele Menschen psychisch belastend. Durch sie ausgelöste Gefühle wie Wut, Angst, Trauer, Hoffnung oder Schuld können zu umweltfreundlichem Verhalten und politischem Handeln motivieren, ihnen aber ebenso im Weg stehen. Die psychischen Prozesse im Zusammenhang mit Klimagefühlen können im therapeutischen oder beratenden Setting unterstützt werden. Mit Blick auf die Dauerkrisen, in denen wir leben, ist neben der individuellen jedoch auch eine Anpassung der gesellschaftlichen psychischen Versorgung vonnöten. Die Autor*innen bieten konkrete Umsetzungsideen und Handlungsmöglichkeiten für den beruflichen Alltag im psychosozialen Bereich. Sie beleuchten aktuelle Debatten, stellen Interventionsmöglichkeiten zum Aufbau von Resilienz vor und diskutieren berufsethische und gesellschaftspolitische Aspekte. Mit Beiträgen von Georg Adelmann, Myriam Bechtoldt, Lea Dohm, Maja Dshemuchadse, Anna Georgi, Christoph M. Hausmann, Stephan Heinzel, Rebecca Jacob, Laura Jung, Vera Kattermann, Carina Keller, Malte Klar, Nathali Klingen, Monika Krimmer, Pia Lamberty, Timo Luthmann, Kathrin Macha, Sabine Maur, Claudia Menzel, Susanne Nicolai, Pia Niessen, Christoph Nikendei, Till Peplau, Felix Peter, Dagmar Petermann, Panu Pihkala, Jonas Rees, Kaossara Sani, Philipp Schiebler, Benjamin Siemann, Ole Thomsen, Johanna Thünker und Katharina van Bronswijk
Produktsicherheitsverordnung
Hersteller:
Psychosozial-Verlag
vertrieb@psychosozial-verlag.de
Walltorstr. 10
DE 35390 Gießen
Rezension
»In der Fülle der existierenden Literatur zur Klimakrise ist dieses Buch ein außerordentlich wichtiges: Es handelt von den Gefühlen, die Menschen haben zur Klimakrise. Gefühle sind unsere Tiefenantreiber wie auch -bremser, und sie zu verstehen, befähigt uns adäquat zu handeln. Der vorliegende Band deckt die verschiedensten Aspekte ab, von den vielfältigen Gefühlen wie Angst, Wut, Trauer, Depression und Burnout, sowie Stolz über die Fragen zu Resilienz bis hin zu berufspolitischen Facetten und dem Ausblick auf die gesellschaftlichen Transformationsnotwendigkeiten. Im ersten Teil imponiert ein unprätentiöses Interview mit Juli Zeh sowie eine berührende Fallgeschichte. Ein Buch, das so vielfältig informiert, ergreift und mit seinen umfänglichen Literaturangaben weiteres Forschen leicht macht, gehört auf jeden klimainteressierten Schreibtisch!«
Delaram Habibi-Kohlen
»Wir Menschen sind ein Teil des komplexen Netzwerks des Lebens. Durch seine Zerstörung leiden auch wir selbst, körperlich und seelisch. Dem genauer nachzuspüren und Heilungsansätze zu entwickeln, ist ein wichtiger Beitrag dieses Buchs.«
Sabine Gabrysch
Leseprobe
Leseprobe
Inhalt
Gesunde Erde – Gesunde Menschen – Gesunde Seele
Grußwort
Dr. Eckart von Hirschhausen
Editorial
Christoph M. Hausmann & Katharina van Bronswijk
Teil 1: Grundlagen
1.1 Psychische und Physische Gesundheit in der Planetaren Krise
Laura Jung
1.2 Bio-psycho-soziales-Umwelt-Modell der Psychischen Gesundheit
Wie könnte dies aussehen und wie kommen wir dahin?
Monika Krimmer
1.3 Traumafolgestörungen und psychische Belastungen im Rahmen von Naturkatastrophen und Veränderung unseres Lebensraumes
Christoph Nikendei
1.4 Eine bequeme Unwahrheit
Empfänglichkeit für Klimawandelleugnung und deren Korrelate in Deutschland
Jonas Rees & Pia Lamberty
1.5 Fallgeschichten
Christoph M. Hausmann & »Caro«
Teil 2: Klimagefühle
2.1 Klimakummer, Klimadepression und Solastalgie
Panu Pihkala
Übersetzung aus dem Englischen: Rima Ashour
2.2 Klima-Angst
Eine angemessene Reaktion auf eine maßlose Krise?
Stephan Heinzel
2.3 Schuld und Schuldgefühle im Zusammenhang mit der Klimakrise
Eine interdiszipliä.re Weiterentwicklung von Schulderleben
Christoph M. Hausmann, Lea Dohm, Till Peplau & Kaossara Sani
2.4 Climate Anger
Handlungsaktivierung im Klimaaktivismus durch Zorn und die Wahrnehmung von Ungerechtigkeit
Susanne Nicolai
2.5 Activist Burnout
A movement and a planet burning out
Kathrin Macha & Georg Adelmann
2.6 Die Rolle »positiver« Emotionen in der Klimakrise
Katharina van Bronswijk, Carina Keller, Benjamin Siemann & Myriam Bechtoldt
Teil 3: Therapie und Prävention
3.1 Resilienz als Konzept für die Klimakrise
Ein Wegweiser zu einem ganzheitlichen Resilienzverständnis
Felix Peter & Pia Niessen
3.2 Naturerfahrungen
Was sie für uns als Individuum und die Gesellschaft bedeuten
Claudia Menzel
3.3 Klimakrise und trotzdem Hoffnung?
Versuch einer psychodynamischen Auseinandersetzung
Vera Kattermann
3.4 ACTion fürs Klima
Die Behandlung der Klimakrise mithilfe der Akzeptanz- und Commitment-Therapie
Nathali Klingen & Philipp Schiebler
3.5 Systemische Perspektiven auf Klimagefühle
Anna Georgi, Rebecca Jacob & Maja Dshemuchadse
3.6 Kinder und Jugendliche
Gefühle in der Klimakrise
Dagmar Petermann
3.7 Nachhaltiger Aktivismus – eine aktivistische Selbsthilfe?
Was können Therapeut*innen und Aktivist*innen davon lernen?
Timo Luthmann, Christoph M. Hausmann & Malte Klar
Teil 4: Gesellschaftliches
4.1 Klimakrise: Berufsethik
und gesundheitspolitisches Engagement
Sabine Maur
4.2 Was bedeutet die Klimakrise
für die psychotherapeutische Bedarfsplanung?
Johanna Thünker
4.3 Implikationen der Klimakrise für die Psychosoziale Notfallversorgung
Ole Thomsen & Katharina van Bronswijk
Ein Appell an die psychotherapeutischen Berufsgruppen
Nachwort
Katharina van Bronswijk & Christoph M. Hausmann