Beschreibung
Bachs Musik verbindet in unnachahmlicher Weise den Text mit Affekten des Dramas, die im Hörer hervorgerufen werden. Die Passionsgeschichte nach Matthäus zeigt das Leiden Jesu Christi. Aus psychoanalytischer Sicht ist sie ein Beziehungsdrama, in dem Liebe, Verrat und Verlassenwerden Schuld erzeugen und dank der (nicht zuletzt musikalischen) Verarbeitung durch Reue schließlich Versöhnung entsteht. Die dramatische Handlung und ihre musikalische Überhöhung laden zu vielfältigen Identifikationen ein: zur Abwehr des tragischen Geschehens, zur Identifikation mit Jesus als Leidenden, vom Vater Verlassenen, zur Identifikation mit den am Tod Jesu Schuldigen und zur Identifikation mit einer Rollenumkehrung. So fühlt sich der Hörer als Kind zur Rettung der leidenden Mutterfigur verpflichtet. Die Matthäuspassion ist musikalische Trauerarbeit, konfrontiert mit dem eigenen Tod und erreicht mit musikalischen Mitteln die Versöhnung mit der Begrenztheit der Conditio Humana. 'Wer sich mit Bach beschäftigt, wird um Hirschs Buch nicht herumkommen.' Rheinische Post
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Autorenportrait
Mathias Hirsch, Dr. med., ist Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin. Er hat eine eigene Praxis in Düsseldorf. Publikationen im Psychosozial-Verlag: 'Der eigene Körper als Objekt' (1998), 'Realer Inzest' (1999), 'Der eigene Körper als Symbol?' (2002), 'Das Haus' (2006), 'Das Kindesopfer' (2006) (Hg.) u.a.
Inhalt
Inhalt
Vorwort
1 Einleitung
2 Der Aufbau des Werks
3 Einleitende psychoanalytische Gedanken
4 Die Musik
5 Die Handlung
6 Das Werk
7 Jesus als Mutter-Objekt
7.1 Jesus als zerstörte Mutter
7.2 Jesus als verlassende Mutter
8 Formen der Identifikation des Hörers mit dem Passionsgeschehen
8.1 Die Identifikation mit einem Ich-starken, empörten Kind
8.2 Identifikation mit Jesu als Leidendem, Verlassenem
8.3 »Identifikation mit dem Aggressor«
8.4 Identifikation mit der Rollenumkehrforderung
9 Trauerarbeit
10 Anerkennung des eigenen Todes
11 Schluss
Anmerkungen
Literatur