Beschreibung
Wie ist politische Herrschaft organisiert? Von oben nach unten, in Delegation? Oder gibt es andere Formen, bei denen Herrscher ihre Positionen aus eigener Machtvollkommenheit einnehmen?
Das Buch geht dieser Frage in drei Schritten nach. Zunächst führt der Autor den Nachweis, dass es in Iran in der fraglichen Zeit eine Schicht lokaler Herren gab, die nicht von einem Oberherrn eingesetzt waren, und zwar sowohl auf der nomadischen als auch auf der sesshaften Seite der Gesellschaft. Zweitens untersucht er die Verbindungen zwischen dem Sultan und diesen lokalen Lords, aber auch denjenigen Großen des Reichs, die dem Haushalt des Sultans angehören. Im Ergebnis stellt er eine Dynamik von „Dienst“ und „Wohltun“ heraus, persönliche Verbindungen, die oft über Treueide und/oder andere Zeremonien bewerkstelligt und bekräftigt werden. Drittens stellt er einleitend das theoretische Umfeld vor, in welches er im Schlussteil das iranische Material in einem Vergleich mit Westeuropa und Japan einordnet.
Autorenportrait
Prof. Dr. Jürgen Paul
geb. 1949 in Lindholm/Nordfriesland
Studium der Islamwissenschaft in Hamburg.
Promoviert 1989 in Hamburg, Dissertation „Die politische und soziale Bedeutung der Naqšbandiyya in Mittelasien im 15. Jahrhundert“ (erschienen Berlin 1991)
Habilitation 1993 in Hamburg, „Herrscher, Gemeinwesen, Vermittler: Ostiran und Transoxanien in vormongolischer Zeit“ (erschienen Beirut 1996)
1995-2013 Professor für Islamwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle
2011-2013 Förderung im Programm „Opus Magnum“ der Initiative „ProGeisteswissenschaften“ der VolkswagenStiftung und der Fritz-Thyssen-Stiftung, Forschung für das vorliegende Werk
2013 emeritiert
Forschungsinteressen: Geschichte Irans und Mittelasiens, Mittelalter und Frühe Neuzeit