Beschreibung
Die Veröffentlichung eines nachgelassenen Werkes von Klaus Kilian stellt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einer Keramikgattung, der in Fragen von Bevölkerungsbewegungen in der spätmykenischen Zeit große Bedeutung beigemessen wurde, auf eine neue Grundlage. Die umfassende Bearbeitung der zahlreichen Beispiele der handgemachten geglätteten Keramik aus Tiryns führt zu der Erkenntnis, dass ihre Herstellung wohl tatsächlich auf fremden Töpfereitraditionen beruht, die sich vor allem mit der Apenninenhalbinsel in Verbindung bringen lassen. Diese Traditionen freilich waren schon vor der Zerstörung der mykenischen Paläste in der Argolis wirksam und dürfen damit nicht als Anzeichen der Ankunft von Neuankömmlingen am Beginn der Nachpalastzeit gewertet werden.
Rezension
„Kilians Monographie stellt einen wesentlichen Fortschritt in der Kenntnis dieser im Kontext mykenischer Kultur so fremdartig wirkenden Keramikgattung dar. Sie wird eine unverzichtbarc Grundlage der weiteren wissenschaftlichen Diskussion über Ursachen und Faktoren für das Ende mykenischer Palastkultur bilden. (...) (E)inen Band der nicht nur neue Grabungsergebnisse vorlegt, sondern in der Systematisierung des Fundstoffes, in der Definition seiner chronologischen Abfolge und in seinen regionalstilistischen Beobachtungen einen erheblichen Fortschritt darstellt.“
Von: Hartmut Matthäus
In: Germania, Jahrgang 88, 2010, 1.-2. Halbband, S. 460-468.